Bürgerinitiative sieht Herausforderung in Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene
„Wenn die sächsischen Binnenhäfen sich jetzt auf einmal in der Lage sehen, einem angeblich drohenden Verkehrschaos durch die einseitige Sperrung der B 170 begegnen zu können, stellt sich ganz einfach die Frage, warum sie das dann nicht schon längst getan haben“, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative „Lebenswertes Erzgebirge“ Andreas Warschau. Die Erklärung vom Montag müsse deshalb unter „billigem Lobbyismus“ abgehakt werden.
Jedem ist klar, so der Vertreter der Bürgerinitiative, dass die Elbe nur einen Bruchteil des europäischen Transportes aufnehmen kann. „Die Zielrichtung ist doch klar: Es soll der Weg bereitet werden für den Bau der Elbestaustufen in Tschechien. Ich finde das ziemlich perfide: Wir kämpfen doch nicht jahrelang im Erzgebirge um umweltfreundliche Verkehrslösungen, damit sich die Transportlobby als nächstes an der Elbe versündigt“, erklärt Warschau.
Die Bürgerinitiative bedauert, dass von interessierter Seite der Lebensraum Elbe in dieser Art und Weise vereinnahmt wird. „Wir brauchen den Lebensraum Elbe genau so wie ein lebenswertes Erzgebirge. Unter Umweltgesichtspunkten schneidet die Bahn gegenüber dem Binnenschiff auch besser ab. Die Herausforderungen liegen in der konsequenten Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und nicht auf die Elbe“, fordert der BI-Sprecher.
Bezug: Sächsische Zeitung 28. 02. 2006: Schwerlaster sollen von der B 170 auf die Elbe