|
Pläne für Neutrassierung der B 170 sind irrwitzige
Überlegungen
Finanzierung aus Hochwasserhilfe wäre Zweckentfremdung
der Mittel
Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen,
06. 12. 2002
Dresden. Die sächsischen Bündnisgrünen lehnen die
Plänen für eine Neutrassierung der B170 zwischen Dippoldiswalde
und Altenberg entschieden ab. Nach der Wiederherstellung der alten
B170 und der Fertigstellung der A17 würden dann auf engstem
Raum drei für den Schwerlastverkehr geeignete Trassen das Osterzgebirge
queren, die jeweils als Transitstrecke und Umgehung genutzt werden
könnten. "Das sind irrwitzige Überlegungen, die dem
Machbarkeitswahn der Straßenplaner des sächsischen Wirtschaftministeriums
entsprungen sind. Ihre Umsetzung würde die verbliebenen Naturschönheiten
des Osterzgebirges gefährden und die Anziehungskraft des oberen
Weißeritzkreises für Urlauber und Wintersportler verringern",
sagt Landesvorstandssprecher Karl-Heinz Gerstenberg.
Besonders kritisch sehen die Bündnisgrünen die geplante
Finanzierung aus Mitteln der Hochwasserhilfe, welche der Schadensbehebung
und dem Hochwasserschutz dienen sollen. Das obere Osterzgebirge
sei ein extrem sensibles Wassereinzugsgebiet, in dem die Verbesserung
der Wasseraufnahme- und Wasserspeicherfähigkeit durch Aufforstung
und Entsiegelungsmaßnahmen dringend notwendig sei. "Wer
im Gegensatz dazu Bäume abholzen und zusätzliche Bodenflächen
versiegeln will, der verwendet die Gelder zweckentfremdet. Wir werden
von Sachsen aus unseren Einfluss in der Koalition geltend machen,
dass dieser Alptraum nicht Wirklichkeit wird. Der Bund hat die Steuerreform
nicht um ein Jahr verschoben, damit Sachsen sich ein schnelles Schnäppchen
leisten kann", so Karl-Heinz Gerstenberg.
Sachsen Wirtschaftsministerium habe Pläne aus den 30er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts ausgegraben, die aus bekannten Gründen
nicht verwirklicht wurden. Die Zeit sei über diesen Erkenntnisstand
hinweggegangen. Heute sei ein neues Herangehen an Mobilität
gefragt, um deren Verträglichkeit für Menschen und Umwelt
zu sichern. Wenn das für diesen Zweck entwickelte Planungsrecht
jetzt über ein vereinfachtes Verfahren ausgehebelt werden solle,
dann werde nur eines deutlich: Die Planer im Wirtschaftsministerium
glaubten wohl selbst nicht daran, dass ihre Trassenführung
durch eine besiedelte Region mit zwei Flächennaturschutzgebieten,
zwei FFH-Gebieten und einem Landschaftsschutzgebiet einer ernsthaften
Abwägung standhalten würde.
Wichtig sei jetzt, dass die Bürgerinitiative im Weißeritztal
sich nicht gegen die neue Initiative ausspielen lässt. Das
Treffen am 5.12. sei dafür ein sehr ermutigendes Zeichen gewesen.
"Der Schwerlastverkehr muss aus dem
Weißeritztal verbannt werden. Die Alternative ist aber nicht
eine Trasse auf der Höhe, sondern seine Vermeidung und die
Verlagerung auf die Schiene. Die Monate seit der Flut haben gezeigt,
dass dies ohne den häufig prophezeiten wirtschaftlichen Zusammenbruch
machbar ist. Die bessere Auslastung der Rollenden Landstraße
ist ein schöner Nebeneffekt", meint Gerstenberg abschließend.
|