Martina und Josef Köhler aus Oberfrauendorf meinen:
Mit einigem Entsetzen haben wir aus Presseveröffentlichungen
von den Plänen zum Neubau der B 170 zwischen Dippoldiswalde
und Waldbärenburg erfahren. Als Teilnehmer der Demonstration
Anfang August in Schmiedeberg wissen wir, dass es dort keine Forderungen
zum Bau einer zusätzlichen Straße mitten durch ein Landschaftsschutzgebiet
gegeben hat. Die Bewohner des Weißeritztals verlangten auch
nicht, die Belastungen durch den Schwerlastverkehr den Nachbarorten
aufzubürden, sondern sie erwarteten von den politisch Verantwortlichen
Lösungen zur Verringerung des Lkw-Aufkommens.
Vorschläge dazu waren: Eine besser Ausnutzung der Rollenden
Landstraße, mehr Güter direkt auf dem Schienenweg zu
transportieren, sowie eine Wirtschaftspolitik, die eine Menge von
unnötigen Gütertransporten vermeidet.
Leider ist dem Kreistag zur Beruhigung der aufgebrachten Bevölkerung
nichts anders eingefallen, als eben doch eine neue Straße
mitten durch ein Erholungs- und Landschaftsschutzgebiet planen zu
lassen und die damit verbundenen Belastungen anderen Bürgern
und der Natur aufzubürden.
Bisher wurde seitens der Politik immer argumentiert die neue Autobahn
Dresden-Prag würde eine spürbare Entlastung der B 170
mit sich bringen. Auf Grund der neuen Argumentationen fühlt
man sich jetzt als Bürger getäuscht und enttäuscht.
Bei einem Straßenneubau werden wieder mehrere Hektar Waldfläche
dicht versiegelt. Man hat dann zwar eine relativ hochwassersichere
Straße, die Bevölkerung in den Tälern ist jedoch
bei Starkregen mehr denn je vom Wasser bedroht. Warum schaut man
sich nicht einfach mal in der Schweiz um, wie man in Flussnähe
hochwassersichere Straßen baut. Sollte es zum Bau der neuen
B 170 kommen, wäre dies ein heftiger Schlag gegen den Tourismus,
die Land- und Forstwirtschaft und den Handel in diesem Gebiet. Der
Weißeritzkreis wird mehr und mehr unattraktiv und nur noch
als Transitregion genutzt. Der Widerstand gegen diese Neubaupläne
formiert sich nicht nur in den unmittelbar betroffenen Gemeinden,
dabei werden alle rechtsstaatlichen Mittel auch in der uns nur gering
zur Verfügung stehenden Zeit ausgenutzt.
Wir fordern die verantwortlichen Politiker auf, mit den Bürgern
zu reden und nicht ohne deren Einbeziehung derartige Vorhaben zu
verwirklichen.