Heike Franke aus Geising schreibt voller Ironie zu dem Thema:
Hurra, eine neue Straße zum Schnäppchenpreis von 25 Millionen
Euro! Sollten wir dann nicht gleich zwei nehmen?! Eine Umgehung
östlich und eine westlich der jetzigen B 170? Was man hat,
das hat man. Überhaupt: Geteiltes Leid ist halbes ( Verkehrs-)
Leid, dreigeteiltes schon fast eine Freude!?
Sollen die Anwohner zwischen Ulberndorf und Kipsdorf wirklich jubeln?
Will man sie wirklich glaubhaft machen, dass der Schwerlastverkehr
aus ihren Orten verschwindet? Wann können Altenberg, Oberhäslich
und andere transitgeplagte Orte auf eine Umgehung hoffen? Und die
Einwohner von Waldidylle, Falkenhain usw. sollen sich noch mitfreuen?
Etwa auf die kommende verkehrsgünstige Lage? Vielleicht sollten
sie auch gleich eine Ortsumbenennung beantragen -in diesem Zuge
sicher auch im Schnellverfahren und zum Schnäppchenpreis möglich.
Denn von Waldidylle kann wohl dann keine Rede mehr sein und den
Falken auf dem Hain (welcher Hain?) wird auch das Spähen vergehen.
Elend könnte seinen Namen gewiss behalten.
Sollen dies die Lehren aus dem Hochwasser sein? Das Ganze noch finanziert
mit Geldern aus dem Hochwasserfond! Es ist ein Hohn! Diese Gelder
sind doch vorrangig für zwei Dinge vorgesehen:
Erstens: für die Beseitigung von Hochwasserschäden (25
Millionen Euro für die Weißeritztalbahn - den Betreibern
würde wohl schwindlig vor Freude). Zweitens: für Maßnahmen
zum Hochwasserschutz (darunter fällt gewiss nicht das Abholzen
von Wäldern auf dem Gebirgskamm und das Versiegeln von Flächen).
Es gab doch sicher in den Medien genug Aufklärung durch Experten
zum Thema Hochwasserschutz. Haben unsere Verantwortlichen davon
nichts gehört? Wird unser schönes Osterzgebirge durch
den Autobahnbau nicht schon genug geschändet?
Sollte man mit den veranschlagten 25 Mio Euro nicht lieber einen
sinnvollen Hochwasserschutz betreiben, oder den attraktiven Ausbau
der rollenden Landstraße fördern? Den Transitverkehr
per Gesetz auf die Schiene zu verweisen, wäre eine wirkliche
Alternative für die Anwohner an der B 170. Die Hochwaldstraße
könnte bei erneuten unerwünschten Katastrophen als Ausweichstraße
dienen.
Was könnte man mit 25 Mio Euro noch alles machen? Für
einige Jahre die Dresdner Operette stützen, die Schulen im
Weißeritzkreis renovieren, den Bestand der Dippser Musikschule
sichern und fördern.... oder, da unsere Region zum Teil vom
Tourismus lebt, sofort mit dem Wiederaufbau der Weißeritztalbahn
beginnen. Aber mit der Kultur ist es im Land der Dichter und Denker
nicht mehr weit her. Wir fördern und bauen heutzutage andere
(technische) Denkmäler.
Zum Glück gab es früher noch genügend Dichter, die
von der Schönheit des Erzgebirges erzählten. So können
wir später unseren Urenkeln davon berichten. Und mit dem Denken
gibt es auch immer mehr Probleme. Zum Glück haben "kluge
Köpfe" aus den 30er und 40er Jahren schon die neue Straßenführung
geplant und machen nun dieses Schnäppchen möglich.