Blockade abgesagt
Bürgerinitiativen aus Tschechien und Sachsen haben am Montag
mit einem Protestmarsch an der nordböhmischen Verkehrsverbindung
E55 zwischen Dubi und Zinnwald gegen den Schwerlastverkehr demonstriert.
Eine zunächst geplante Blockade der wichtigen Straße
sagte die Organisation aber kurzfristig ab, da das Verkehrsministerium
in Prag Gesprächsbereitschaft mit den Umweltschützern
signalisierte.
Hintergrund der Proteste ist ein befürchteter Anstieg des Schwerlastverkehrs
in Nordböhmen, nachdem seit Montag des Grenzübergang Zinnwald
wieder vollständig befahrbar ist. Er war nach dem August-Hochwasser
im vergangenen Jahr wegen Straßenschäden teilweise geschlossen
worden. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Bewohner von Orten
beiderseits der Grenze gegen die Wiederaufnahme des Schwerlastverkehrs
ab 7,5 Tonnen protestiert. Nach der Flut durften wegen der Straßenschäden
nur Personenwagen die Strecke benutzen.
Ebenfalls seit Montag ist der Grenzübergang Neugersdorf-Rumburk
(Rumburg) für den Reiseverkehr freigegeben. Zwar rechnet das
Landratsamt Löbau-Zittau wegen der Öffnung des Überganges
in Zinnwald für Schwerlaster mit einem Rückgang des LKW-Verkehrs
hier, sieht aber trotzdem die Sicherheit für den Reiseverkehr
bei einem LKW-Rückstau nicht gewährleistet. Der Landrat
empfahl, bei Staus weiterhin den Übergang Seifhennersdorf zu
nutzen.
Sächsische Zeitung 01. 09. 2003