von der Demonstration gegen die Wiederaufnahme des LKW-Verkehrs auf der E-55
Etwa hundert Personen trafen sich in Dubí, um gegen die geplante Öffnung des Grenzüberganges Cinovec-Altenberg für LKW zu demonstrieren. Zur Unterstützung waren auch Bewohner von der deutschen Seite der Grenze angereist. Bereits Anfang Juli sollen die LKW wieder rollen.
"Touristen statt LKW", "Ruhiger Schlaf für
alle", "E55 ohne LKW" so kündeten die Plakate,
die einige Teilnehmer der samstäglichen Demonstration mitgebracht
hatten.
Die Demonstration selbst verlief aber sehr diszipliniert. Die Protestler
nutzten den Fußweg der Ulica Ruska, auf der die E55 von Dubí
zum Grenzübergang Cinovec führt. Ein Straßenblockade
war von den Organisatoren diesmal nicht vorgesehen.
"Eine Blockade wird dann aktuell, wenn Politiker und Institutionen
auf unsere Forderungen nicht eingehen. Die Hauptforderung ist die
Fertigstellung der D8 (bei uns A17, d. Übers.), die Dubí
entlastet." sagte Karel Peicka, einer der Gründer
der Bürgerinitiative "Gemeinden gegen LKW" die die
Demonstration am Samstag initiierte.
Aufgrund der Hochwasserschäden an den Zufahrtsstraßen auf beiden Seiten der Grenze, ist der LKW-Verkehr über Zinnwald seit August eingestellt. Die LKW-Fahrer müssen seitdem andere Übergänge in der Region nutzen. Aber auch dort kommt es zu Komplikationen. Deshalb haben die zuständigen tschechischen und deutschen Stellen die Wiedereröffnung des Lastverkehrs über Zinnwald zum 1. Juli vereinbart.
Peicka sagte am Samstag, daß vor einem Jahr Dubí
täglich von 2000 LKW passiert wurde. Das bedeutet alle 1,5
min je ein LKW in jede Richtung.
"Jetzt droht ein weiteres Anwachsen der LKW. Wir erwarten 2700
LKW täglich. Die Leute haben sich seit dem vergangenen Jahr
wieder an eine Nachtruhe gewöhnt, jetzt kommen wieder Dreck
und Lärm auf uns zu." - unterstrich Herr Peicka.
Sein Standpunkt wird durch die 1200 Unterschriften bekräftigt, die unter der - von der BI initiierten - Petition stehen. Zustimmung kommt auch von den Bewohnern weiterer Gemeinden entlang der E55 - Borislav, Zalany und Bystrany.
Hinter der Initiative steht auch das Rathaus von Dubí. Alle
Mandatsträger nahmen an der Demonstration teil. Jindrich Pech
- Pressesprecher der Stadt - trug bis zum Schluß eines der
Transparente.
Pech sagte: "Wir haben schon oft gesagt, daß wir die
LKW nicht wollen, da sind wir uns auch mit den Vertretern der Bürger
auf der deutschen Seite einig "
Seine Worte wurden durch die Anwesenheit von Thomas Kirsten - Bürgermeister im sächsischen Altenberg - unterstrichen. Kirsten, der zur Teilnahme extra angereist war: "Wir werden die anstehenden Probleme lösen. Ich glaube, daß hier letztendlich keine LKW mehr fahren werden."
Die Organisatoren hatten auch Vertreter des Verkehrs- und des Umweltministeriums eingeladen. In Dubí hat sich von ihnen jedoch niemand sehen lassen.
Einige nordböhmische Parlamentsabgeordnete und Senatoren sowie ein Vertreter des Landrates von Usti Jaroslav Foldyn kamen, um die Protestler zu unterstützen. Ihre Unterstützung kann die Wiederaufnahme des LKW-Verkehrs aber auch nicht verhindern.
"Wirklich entschieden werden muß der Weiterbau der D8 (bei uns A17, d. Übers.). Der Abschnitt zwischen der Grenze und Usti kann schon 2005 fertig sein.", so der kommunistische Abgeordnete Jaromir Kohlicek.
MF DNES, Jan Vaca
(Wir bitten die eventuell falsch geschriebenen tschechischen Namen zu entschuldigen, da unser Computer z. Zt. leider keinen tschechischen Zeichensatz bereit hält. Der Webmaster.)