Possendorfer protestieren gegen neuen Straßenbau
Bannewitz. Drei Seiten lang ist der Brief, den der Bannewitzer Bürgermeister Christian Zeibig (parteilos) am Dienstag an den sächsischen Wirtschaftsminister Martin Gillo geschrieben hat. Er protestiert damit gegen eine neue Trassenführung der B 170 (SZ berichtete). Vorher wurde der Wortlaut des Papiers im Technischen und im Verwaltungsausschuss der Gemeinde diskutiert. Beide Gremien sprachen sich mit Nachdruck dafür aus, der sächsischen Regierung in dieser Form den Unmut der Bannewitzer kund zu tun.
Für Zeibig ist der Brief deshalb besonders dringlich, da "eine ablehnende Stellungnahme bei einem Planfeststellungsverfahren zu spät ist". Die Gemeinde argumentiert weiter, dass die rund 1 800 Laster, die sich täglich über die B 170 quälen, besser über die im Entstehen begriffene A 17 fahren sollten. Wenn jedoch eine Lkw-Maut eingeführt werde, würde dies die Attraktivität der Bundesstraße erhöhen. Sie würde zu einer ökonomisch interessanten "Ersatzautobahn", heißt es in dem Brief.
Außerdem gibt der Bürgermeister zu bedenken, dass einmal getroffene Entscheidungen, so auch zum Bau einer neuen Trasse der B 170, nur schwer rückgängig gemacht werden können. Eine Kopie des Schreibens ging auch an das Sächsische Umweltministerium, an Landrat Bernd Greif (CDU) sowie die Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois. (SZ/bsp)
Sächsische Zeitung
Freitag, 17. Januar 2003