Jens Weber von der Grünen Liga Osterzgebirge stimmt Greif zu, der sagt, dass die A 17 die B 170 nicht entlasten wird:
Täglich tausende Transiter werden zusätzlich durch unsere
Region geschleust, viel mehr, als die Autobahn bewältigen kann.
Die A 17 wird auch einen wesentlichen Teil der von großen
Speditionen sehnsüchtig erwarteten Ostumgehung der Alpen auf
der Hauptrelation Deutschland-Italien darstellen.
Die direkten Alpenübergänge sind längst überlastet,
mächtige Bürgerinitiativen (unterstützt von ihren
Lokalpolitikern) haben in Österreich und der Schweiz bahnbrechende
Einschränkungen des Transitverkehrs erreicht. Und was die A
17 dann wird nicht schlucken können, das soll weiterhin auf
der B 170 verbleiben. Nein, die Autobahn wird wahrlich nichts zur
Lösung der Verkehrsprobleme zwischen Bannewitz und Dubi beitragen.
Allerdings gehörten Sie, Herr Landrat, in den letzten zwölf
Jahren zu denjenigen, die genau dies immer wieder den Leuten versprochen
hatten. Nun also soll eine neue Bundesstraße das schaffen,
was die Autobahn nicht kann? Es ist schon erstaunlich, wie sich
die Argumente gleichen, mit denen die Zerstörung des Ostrandes,
dann der Mitte des Osterzgebirges gerechtfertigt werden soll. Um
den tatsächlich unzumutbar belasteten B170-Anwohnern zu helfen,
ja, um unsere Region vor dem ökologischen Kollaps zu bewahren,
hilft nur eines: Der Schwerlasttransitverkehr muss runter von der
Straße, die B 170 darf genauso wenig wieder dafür missbraucht
werden wie irgendein anderer Teil des Osterzgebirges. Ich weiß,
Sie werden wieder tausend Gründe nennen, warum dies angeblich
nicht geht. Die österreichischen und schweizerischen Bürgerinitiativen
sind nur deshalb erfolgreich, weil sie sich nicht von ihren Politikern
zum Narren halten lassen, wie dies z. B. der Herr Gillo derzeit
mit uns versucht. Lassen Sie es doch mal auf eine Machtprobe ankommen
und untersagen Sie die Wiederaufnahme des Lkw-Transites auf der
B 170. Dies liegt sehr wohl in Ihrer Kompetenz als Landrat.
Sächsische Zeitung 02. Juli 2003