Wir steigern das Bruttosozialprodukt
Unverständnis über geplante Steintransporte von Ulberndorf nach Lauenstein für den Dammbau
Zu den geplanten Transporten der Steine für den Hochwasserschutzdamm bei Lauenstein (SZ am 2. März) aus dem Steinbruch Ulberndorf gab es verständnislose Reaktionen.
"So steigern wir das Bruttosozialprodukt", sagte Gottfried Köhler aus Oberfrauendorf ironisch am Telefon. "Wir verkaufen Diesel, Lkws, Reifen und so weiter. Das alles geht dann auf Kosten der Anwohner, die die Transporter ertragen müssen." Dass ein Storch durch Bauarbeiten gestört wird, kann er sich nicht vorstellen. "Wenn wir dreschen oder mähen, dann kommt immer der Storch. Den stört keine Maschine. Der freut sich, dass die Mäuse aufgescheucht werden, und er frisst sich daran dick und fett."
Günther Beyer aus Dipps schrieb: "Wir oder der Storch? Jetzt haben wir's wieder mal schwarz auf weiß, was uns diese chaotische Umweltpolitik in Deutschland und in der EU beschert! Da hat irgendwann mal einer am zukünftigen Staudamm in Lauenstein einen Storch gesehen und schon geht dort nichts mehr. Die Naturschutzbehörde produziert mit dieser Entscheidung Verkehr ohne Ende und wir müssen es ausbaden. Was sagen denn unsere Grünen im Kreis dazu? Vermutlich gar nichts, denn einerseits organisiert man Demos gegen Verkehr auf der B 170 und andererseits nimmt man billigend in Kauf, dass wegen Störchen ein anderes Tal in unserem Kreis mit LKW-Verkehr bis zum Jahre 2005 gefüllt wird." (SZ)
Sächsische Zeitung, Donnerstag, 4. März 2004