Dombois: Lkws sollen nachts auf die Schiene
Landtagsvizepräsidentin schiebt Gespräche zur B 170 an
Dippoldiswalde/Dresden. Während die Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge" mit Protestaktionen auf die unhaltbaren Zustände auf der B 170 aufmerksam macht, laufen hinter den Kulissen offenbar politische Verhandlungen. In dieser Woche hat die Wahlkreisabgeordnete und CDU-Landtagsvizepräsidentin Andrea Dombois in der Sitzung des Vorstandes der CDU-Landtagsfraktion das brisante Thema auf die Tagesordnung gebracht. Auch die beiden Streithähne in Sachen Verkehrspolitik im Osterzgebirge - Wirtschaftsminister Martin Gillo und Umweltminister Steffen Flath - sollen dabei gewesen sein.
"Ich habe auf die Ernsthaftigkeit der Situation hingewiesen", sagte Andrea Dombois. "Wir haben im Weißeritzkreis schon so lange um Hilfe gebeten und inzwischen das Gefühl, dass die Sache keiner so richtig übernehmen will." Auf ihr Drängen hin habe der Fraktionsvorstand dann einen Beschluss gefasst. Demnach soll es ein Gespräch geben, bei dem alle Beteiligten an einen Tisch kommen - beide Minister, Landrat, Bürgermeister der Gemeinden entlang der B 170 und Bürgerinitiative. "Es geht darum, dass wir erst einmal alle einen gleichen Informationsstand bekommen und zugleich alle Ideen miteinander besprechen", sagte Andrea Dombois. Außerdem werde es erneut eine Prüfung zur Rollenden Landstraße (RoLa) geben, der im Prinzip schon das Aus bescheinigt wurde. "Ich bin dafür, die RoLa zu erhalten", erklärte unmissverständlich Andrea Dombois.
Alle Beteiligten an
einen Tisch holen
Neu nachgedacht werden müsse auch über ein Nachtfahrverbot. Der Landtagsvizepräsidentin schwebt derzeit eine Koppel-Lösung vor: Die Transit-Lkws sollen nachts auf die RoLa geschickt werden, "damit man den Anwohnern wenigstens auch mal Nachtruhe gönnt".
Sächsische Zeitung 29. Mai 2004