Ministerien wissen nichts von alternativer Route

Dresden. Die Diskussionen um die Verlegung der Bundesstraße 170 zwischen Dippoldiswalde und Altenberg bekommen neue Nahrung: Nach Informationen der Grünen Liga Weißeritzkreis e. V. gibt es inzwischen Pläne für eine Westumfahrung der Talstraße, die beim August-Hochwasser immense Schäden erlitten hatte.
Danach soll die Straße künftig an den Orten Malter, Berreuth, Reichstädt, Hennersdorf, Ammelsdorf und Schönfeld entlangführen. Eine Alternativroute zweigt erst in Dippoldiswalde ab. Die bisher bekannten Pläne sehen eine Strecke über Elend, Frauendorf und Falkenhain vor.
Das Sächsische Wirtschaftsministerium konnte sich gestern nicht zu der neuen Strecke äußern. Davon ist hier nichts bekannt, sagte eine Sprecherin. Auch im Umweltministerium weiß man nach Auskunft eines Sprechers nichts von neuen Varianten. Die Minister beider Häuser liegen bei dem Thema im Streit. Während Martin Gillo (CDU) den Bau einer hochwassersicheren Trasse befürwortet, lehnt Steffen Flath (CDU) dies aus Umwelt- und Naturschutzgründen strikt ab. Demnächst soll das Kabinett eine Entscheidung fällen.
Umweltschützer und Anwohner aus dem Osterzgebirge protestierten gestern Vormittag in Dresden gegen jegliche Baupläne. Wir lassen uns nicht gefallen, dass über unsere Köpfe entschieden wird, sagte Jens Weber von der Grünen Liga. Die kleine Menschengruppe wollte an einer Anhörung der Firma Deges teilnehmen, die die neue Trasse im Auftrag des Wirtschaftsministeriums plant. Das wurde ihr allerdings verwehrt. (SZ/sk)
Sächsische Zeitung Dienstag, 14. Januar 2003