Mandy Schaks
Geredet wird davon seit über einem Jahr: Lkws mit Gefahrgut an Bord sollen runter von der B 170 und auf die Rollende Landstraße verbannt werden. Es gibt dazu sogar Kreistagsbeschlüsse. Aber es tut sich nichts, obwohl die Verkehrslage auf dieser Bundesstraße weitaus kritischer ist als vor einem Jahr. Das August-Hochwasser zerstörte die B 170 schwer. An den Schäden wird heute noch gearbeitet. Doch das ändert offenbar gar nichts, Transit-Lkws dürfen längst wieder über die Straße rollen, selbst mit Gefahrgut im Huckepack und mit Blick auf den Wintereinbruch. Und sie fahren schon wieder scharenweise. Zwischen Juli und September rollten nach Angaben des Hauptzollamtes Pirna 75 200 Lkws über die Grenze. Vor einem Jahr waren es rund 44 Prozent weniger.
Derweil schieben sich Politiker und Behörden die Bälle zu. Der Freistaat guckt auf den Landkreis, und der wartet, was der Freistaat tut. Und damit sich beide offensichtlich nicht weh tun, schauen sie, was der Bund macht. Nur einer wartet nicht: Der Schwerlastverkehr.
Sächsische Zeitung (Lokales Dippoldiswalde ), 21.10.2003